Jod in der Schwangerschaft

Jod-Mangel ist weltweit stark verbreitet und gerade in der Schwangerschaft kritisch. Deshalb raten Ärzte und offizielle Leitlinien Schwangeren dazu, Jod unbedingt als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, insofern keine Schilddrüsenerkrankung vorliegt. Warum Jod so wichtig ist und worauf du in der Schwangerschaft achten musst, erklären wir dir in diesem Artikel.

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Speisesalz mit Jod
(c) Artem | pexels
Ernährungsfakten wissenschaftlich mit Studien belegt

Dieser Beitrag beruht auf wissenschaftlich gesicherten Informationen.
✓ studienbasiert & unabhängig
✓ transparente Quellenangabe

Warum ist Jod in der Schwangerschaft wichtig?

Jod zählt zu den essenziellen Spurenelementen, die der Körper nicht selbst bilden kann, sondern regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen muss. Jod wird von der Schilddrüse zum Aufbau von Schilddrüsenhormonen benötigt, die eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen, dem Wachstum und der gesunden Entwicklung von inneren Organen, dem Nervensystem, den Kreislauforganen und der Muskulatur spielen. Ein Jod-Mangel kann daher zu schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen beim ungeborenen Kind führen.

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Jod-Mangel ist weit verbreitet

Leider zählt Jod-Mangel aber zu den weltweit häufigsten Nährstoffmangelerscheinungen. Auch Deutschland ist wie andere Länder Europas ein Jodmangel-Gebiet. Das liegt an den eher ungünstigen geologischen Bedingungen des europäischen Kontinents: Wasser und Böden enthalten nur wenig Jod, sodass auch die pflanzlichen und tierischen Produkte arm an Jod sind.

Um der schlechten Jod-Versorgung entgegen zu wirken, reichern viele Länder Lebensmittel mit dem Spurenelement an. In Deutschland wird Speisesalz mit Jod versehen, was die Jodversorgung um durchschnittlich 20 µg täglich erhöht. Hinzu kommt der Gehalt an jodiertem Speisesalz in Fertigwaren, Fleisch- und Milchprodukten sowie Brot.

Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich die Aufnahme von Jod in Deutschland durch den Einsatz von Jodsalz zwar verbessert, doch nach wie vor ist Jod-Versorgung nicht optimal. Das Bundesamt für Risikobewertung und das Robert Koch-Institut weisen darauf hin, dass bei knapp 30 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen das Risiko einer zu geringen Jod-Aufnahme besteht.1)

Schwangere Frau in der Schwangerschaft
(c) Mel Elias | unsplash

So vermeidest du Jod-Mangel in der Schwangerschaft

Um einem Jod-Mangel vorzubeugen sind der regelmäßige Verzehr von Meeresfisch und -früchten eine gute Möglichkeit, allerdings geht die Rechnung nicht ganz auf: Meeresfisch kommt in Deutschland viel zu selten auf den Teller, um einem Jod-Mangel wirklich entgegenwirken zu können. Und selbst wenn der Fisch-Verzehr in deutschen Haushalten ansteigen würde, wäre das wiederum aus ökologischer Sicht nicht unbedingt ratsam. Denn der regelmäßige Konsum von Fisch könnte letztlich zur weiteren Überfischung der Meere beitragen.

Daher kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung auch schon für Nicht-Schwangere zu folgender Einschätzung: „Insgesamt reichen die natürlichen Jodgehalte unserer Lebensmittel nicht aus, um in Deutschland eine ausreichende Jodzufuhr der Bevölkerung sicherzustellen.“2) Dementsprechend empfiehlt die Bundeszentrale für Ernährung, dass Schwangere täglich 100 bis 150 µg Jod als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollten. Bei einer Schilddrüsen-Erkrankung sollte vorher unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Zusätzlich rät die Bundeszentrale für Ernährung zu regelmäßigen Verzehr von Milchprodukten und zu gut durchgegartem Meeresfisch. Aus den genannten ökologischen Gründen ist es dabei sinnvoll, Fische bedrohte Bestände zu schonen. Hier kann der WWF-Fischratgeber weiterhelfen. Darüber hinaus sollten keine Fische mit hoher Quecksilber-Belastung verzehrt werden: Das sind in der Regel große Fische wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht.3) Salz sollte allgemein nur in moderaten Mengen verwendet und verzehrt werden. Wenn es zum Einsatz kommt, sollte Jodsalz (am besten mit Folsäure- und Fluorid-Zusatz) verwendet werden.

Übrigens: Zu viel Jod ist ebenfalls gesundheitsschädlich, daher solltest du dich immer an die offiziellen Empfehlungen halten.

Wenn du noch mehr über Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft wissen willst, findest du in unseren Beiträgen dazu den aktuellen Stand der Wissenschaft:

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Quellen & Studien zu diesem Artikel

  • 1) Bundesinstitut für Risikobewertung: „Wenn Salz, dann Jodsalz.“ Pressemitteilung 12/2021, 18.03.2021. Online (zuletzt abgerufen: 17.10.2021).
  • 2) Bundesinstitut für Risikobewertung: „Jodversorgung in Deutschland wieder rückläufig – Tipps für eine gute Jodversorgung“. Aktualisierte Fragen und Antworten zur Jodversorgung und zur Jodmangelvorsorge des BfR vom 9. Februar 2021. Online (zuletzt abgerufen: 17.10.2021).
  • 3) Schoeman K, Bend JR, Hill J, Nash K, Koren G.: Defining a lowest observable adverse effect hair concentrations of mercury for neurodevelopmental effects of prenatal methylmercury exposure through maternal fish consumption: a systematic review. Ther Drug Monit. 2009 Dec; 31 (6): 670-82. DOI: 10.1097/ftd.0b013e3181bb0ea1

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