So wirkt grüner Tee auf Gehirn & Psyche

Dass grüner Tee die Gesundheit auf unterschiedliche Weise fördern kann, ist vielen bekannt. Doch wie wirkt sich die tägliche Tasse Grüntee auf das Gehirn aus? Eine Forscher-Gruppe hat dazu mehrere Studien ausgewertet und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

Frau trinkt aus einer Tasse grünen Tee
(c) matheus ferrero | pexels
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Forscher-Team analysiert mehrere Studien

Ein Forscher-Team um den schweizerischen Professor Christoph Beglinger hat in einer systematischen Übersichtsarbeit mehrere Studien zur Wirkung von grünem Tee auf das Gehirn ausgewertet.1) Die Forscher analysierten dafür 21 Studien, deren durchschnittliche Beweiskraft (Evidenz) gut war. Somit geben die Ergebnisse dieser Auswertung eine gute Aussage darüber, ob und wie grüner Tee das Gehirn beeinflussen kann.

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Diese Wirkung hat grüner Tee auf das Gehirn

Tatsächlich zeigen die Ergebnisse, dass grüner Tee positive Auswirkungen auf die psychische Verfassung und auf neuronale Hirnfunktionen hat: Wer täglich 100 Milliliter grünen Tee trinkt, scheint beispielsweise ein geringeres Demenz-Risiko zu haben. Außerdem kann grüner Tee beruhigend auf die Psyche wirken. Diese positiven Effekte scheinen zuzunehmen, je mehr grüner Tee täglich getrunken wird – allerdings nur bis zu 500 Millilitern am Tag, da eine höhere Dosis bislang nicht untersucht wurde. Auch die Einnahme von Grünem-Tee-Extrakt verbesserte kurzfristig das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit der Studien-Teilnehmer*innen und aktivierte ihr Arbeitsgedächtnis.

Warum wirkt grüner Tee auf das Gehirn?

Die meisten Studien-Autor*innen begründen die positiven Effekte von grünem Tee auf das Gehirn mit den enthaltenen Antioxidantien, die den Körper vor Zellschäden schützen können. Vor allem der hohe Anteil an Catechinen fällt dabei auf, die etwa ein Drittel der Trockenmasse der grünen Teeblätter ausmachen. Catechine sind antioxidativ wirkende Polyphenole aus der Gruppe der Flavonoide. Ihr Potential für die Gesundheit wird in einigen Studien besonders betont, da sie die Entstehung von Tumoren zu hemmen scheinen.

Unter den Catechinen sticht wiederum EGCG heraus. EGCG steht als Abkürzung für das Antioxidans Epigallocatechingallat, das einen beruhigenden Effekt auf die Stimmung hat und verschiedene Hirnfunktionen beeinflusst.2) 3) 4) Auch das im Tee enthaltene Vitamin C und L-Theanin werden von verschiedenen Studien-Autor*innen für die positiven Effekte des grünen Tees verantwortlich gemacht. L-Theanin kann dabei kurzfristig Stress und Anspannung reduzieren.

Das Forscher-Team um Professor Christoph Beglinger geht allerdings nicht davon aus, dass die Wirkung von grünem Tee auf einzelne Inhaltsstoffe zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf das Zusammenwirken der verschiedenen Komponenten. Beispielsweise enthält grüner Tee auch Koffein, das ebenfalls Einfluss auf die Hirnfunktionen hat.

Eine Frau trinkt grünen Tee, um ihre Psyche zu verbessern
(c) thought catalog | unsplash

Täglich grüner Tee? Was empfehlen die Forscher?

Das Forscher-Team um Professor Christoph Beglinger weist in seiner Übersichtsarbeit einerseits darauf hin, dass es noch weiterer Studien bedarf, um die genaue Funktion und die Langzeitwirkung einiger Inhaltsstoffe des grünen Tees besser bestimmen zu können. Außerdem muss wie bei den meisten Ernährungsstudien berücksichtigt werden, dass für eine klare Beweislage sehr viel aufwendigere Studien nötig sind. Es kann momentan nicht ausgeschlossen werden, dass die beobachteten positiven Effekte nicht doch eine ganz andere Ursache haben.

Andererseits bewerten die Forscher die bisherige Studienlage schon als so gut, dass sie eine klare Empfehlung aussprechen: Für viele Menschen in westlichen Ländern sei es ratsam, mindestens 100 Milliliter (etwa eine halbe Tasse) grünen Tee täglich zu sich zu nehmen, um zum Schutz bestimmter Hirnfunktionen beizutragen.1)

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Quellen & Studien zu diesem Artikel

  • 1) Beglinger, C et al.: Green tea effects on cognition, mood and human brain function: A systematic review. In: Phytomedicine. 2017 Oct 15; 34: 26-37. DOI: j.phymed.2017.07.008
  • 2) Higdon, JV und Frei, B.: Tea catechins and polyphenols: health effects, metabolism, and antioxidant functions. In: Crit Rev Food Sci Nutr. 2003; 43 (1): 89-143. DOI: 10.1080/10408690390826464
  • 3) Scapagnini, G et al.: Modulation of Nrf2/ARE pathway by food polyphenols: a nutritional neuroprotective strategy for cognitive and neurodegenerative disorders. In: Mol Neurobiol. 2011 Oct; 44 (2): 192-201. DOI: 10.1007/s12035-011-8181-5
  • 4) Nagle, DG et al.: Epigallocatechin-3-gallate (EGCG): chemical and biomedical perspectives. In: Phytochemistry. 2006 Sep; 67 (17): 1849-55. DOI: j.phytochem.2006.06.020

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