Koffeinentzug – Symptome & Dauer

Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit – wenn du gerade einen Koffeinentzug machst, kennst du diese Symptome sicher. Die gute Nachricht: Der Koffeinentzug dauert nicht lange an und du kannst dir gegen einige Symptome leicht helfen. In diesem Beitrag erfährst du, wie dir das gelingt, welche Symptome sonst noch bei einem Koffeinentzug auftreten können und wie lange so ein Entzug eigentlich dauert.

Eine Frau hält eine Tasse Kaffe in der Hand, die sie nicht trinken darf, weil sie einen Koffeinentzug macht
(c) Kira auf der Heide | unsplash.com

Definition: Was ist ein Koffeinentzug?

Nach Beendigung oder Reduzierung eines regelmäßigen oder hohen Koffein-Konsums kann es zu Entzugserscheinungen kommen. Der Koffeinentzug ist oft mit verschiedenen körperlichen und psychischen Symptomen verbunden, die wir dir in diesem FoodProfs-Beitrag genauer erklären.

Der Koffeinentzug (Koffeinentzugssyndrom) ist im weltweit wichtigsten Klassifikations-System für medizinische Diagnosen, dem ICD, anerkannt. Wir halten uns bei den Informationen auf dieser Seite streng an die Vorgaben des ICD.

Was sind die Symptome eines Koffeinentzugs?

Bei einem Koffeinentzug können folgende Symptome auftreten, die wissenschaftlich nachgewiesen sind:1)

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit oder Schläfrigkeit
  • Angstzustände
  • Stimmungsschwankungen
  • depressive Stimmung
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • benommen / neblig / nicht klar im Kopf
  • Muskelschmerzen und Muskelsteifheit

Außerdem können auch Symptome wie verminderter oder erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz, Zittern der Hände, erhöhter Harndrang, Hautrötung, Verstopfung, Gelenkschmerzen und Bauchschmerzen auftreten.2)

Von Mensch zu Mensch unterscheiden sich diese Symptome in ihrem Schweregrad und in der Dauer. Das hängt zum Beispiel davon ab, wie viel Koffein du vorher täglich zu dir genommen hast: Hast du viel Koffein konsumiert, ist es wahrscheinlicher, dass du unter Entzugserscheinungen leiden wirst und die Symptome schwerer ausfallen. Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch schon niedrige Dosen, wie etwa eine kleine Tasse Kaffee pro Tag, zu Entzugserscheinungen führen können.2)

Es ist erwiesen, dass die Entzugssymptome tatsächlich auf das Ausbleiben des Koffeins zurückzuführen sind. In anderen Fällen kann es zu Entzugserscheinungen kommen, die eher durch die Erwartungshaltung der jeweiligen Personen ausgelöst werden: „Ich verzichte auf etwas, also muss ich das auch irgendwie spüren.“ Beim Koffeinentzug ist das nicht so, hier löst tatsächlich die Koffein-Abstinenz die Symptome aus.1)

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Wie lange dauert ein Koffeinentzug?

In der Regel dauert ein Koffeinentzug zwei bis neun Tage, in denen die Entzugssymptome auftreten können. Die ersten Symptome eines Koffeinentzugs machen sich typischerweise 12 bis 24 Stunden nach Beendigung oder Reduzierung  des Koffein-Konsums bemerkbar. Ihren Höhepunkt erreichen die Entzugssymptome meist zwischen 20 und 51 Stunden nach der Koffein-Abstinenz.1)

Was hilft gegen Kopfschmerzen beim Koffeinentzug?

Besonders häufig treten Kopfschmerzen beim Koffeinentzug auf: In experimentellen Studien gaben 50 Prozent der Teilnehmer*innen an, im Zuge des Koffeinentzugs unter Kopfschmerzen zu leiden. In retrospektiven Erhebungen waren es immerhin noch 24 Prozent.1)

Wer von seiner Koffeinabhängigkeit loskommen will, sollte nicht wieder Koffein zu sich nehmen — auch wenn das die Symptome in der Regel verschwinden lässt. Sinnvoller kann es sein, den Koffein-Konsum allmählich zu senken und abrupt abzubrechen. Dadurch kann das Koffeinentzugssyndrom milder ausfallen.

Besonders Kopfschmerzen können wirksam mit rezeptfreien schmerzstillenden Medikamenten behandelt werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass das Medikament nicht selbst Koffein enthält. Außerdem sollte genug getrunken werden – am besten Wasser – und sich ausreichend Schlaf und Ruhe gönnen.

Auch andere Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen können mit rezeptfreien Medikamenten gelindert werden. Gegen Verstopfungen, die im Zuge des Koffeinentzugs auftreten können, hilft ballaststoffreiche Nahrung, welche die Darmfunktion fördert.

Kann Koffein süchtig machen?

Es gibt viele Gründe, warum man seinen Koffein-Konsum reduzieren oder ganz unterlassen will. Einige haben Sorge um ihren Blutdruck, andere fürchten verschiedene gesundheitliche Probleme durch Koffein oder leiden bereits darunter. Viele beobachten auch, dass sie ohne die tägliche Koffein-Dosis unruhig werden und ein starkes Verlangen danach verspüren. Deshalb haben wir für dich in unserem Beitrag über Kaffeesucht untersucht, ob das in Kaffee enthaltene Koffein tatsächlich süchtig machen kann.

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Quellen & Studien zu diesem Artikel:

  • 1) Laura M. Juliano & Roland R. Griffiths: A critical review of caffeine withdrawal: empirical validation of symptoms and signs, incidence, severity, and associated features. In: Psychopharmacology 176 (2004), 1–29. DOI: 10.1007/s00213-004-2000-x
  • 2) Karima R. Sajadi-Ernazarova et al.: Caffeine Withdrawal. In: StatPearls [Internet]. March 22, 2020. PMID: 28613541
  • 3) ICD-11 (Version : 04 / 2019)
  • 4) Addicott MA.: Caffeine Use Disorder: A Review of the Evidence and Future Implications. In: Curr Addict Rep. 2014 Sep; 1 (3): 186-192. DOI: 10.1007/s40429-014-0024-9
  • 5) Silverman K, Evans SM, Strain EC, Griffiths RR.: Withdrawal syndrome after the double-blind cessation of caffeine consumption. In: N. Engl. J. Med. 1992 Oct 15; 327 (16): 1109-14. DOI: 10.1056/NEJM199210153271601
  • 6) Harstad E, Sideridis G, Sherritt L, Shrier LA, Ziemnik R, Levy S.: Concurrent Validity of Caffeine Problems and Diagnostic Criteria for Substance Use Disorders. J Caffeine Res. 2016 Dec 01; 6 (4): 141-147. DOI: 10.1089/jcr.2016.0006

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