Warum überfressen wir uns und was hilft dagegen?

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Eigentlich bist du satt, aber dann ist da noch dieser leckere Schokokuchen … okay, der geht noch. Am Ende fühlst du dich völlig überfressen und fragst dich, wie das passieren konnte – schon wieder. Mit dem Problem bist du nicht allein, wie die Chemikerin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim erklärt. In ihrem Video zeigt sie, warum du weiter isst, obwohl du satt bist, und was du dagegen unternehmen kannst.

Warum hast du Appetit?

Wenn dein Magen leer ist, wird ein Hormon namens Ghrelin ausgeschüttet. Es wird umgangssprachlich auch als „Hungerhormon“ bezeichnet und hat auch seinen Anteil daran, dass du schlechte Laune bekommst, wenn du hungrig bist. Es regt dich dazu an, auf Nahrungssuche zu gehen. Sobald du deinen Hunger gestillt hast, tritt sein Gegenspieler auf den Plan: Leptin. Das Hormon signalisiert uns, dass wir satt sind. Eigentlich also ein perfektes System. Warum läuft es trotzdem so oft schief?

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Überfressen wegen Fett und Zucker

Essen mit viel Fett und Zucker empfinden wir als besonders schmackhaft, weil es uns viel Energie liefert. Evolutionär betrachtet ist das eine sinnvolle Sache, weil wir in der Natur nicht so häufig oder nur mit viel Energieaufwand auf kalorienreiche Nahrung stoßen. Wenn wir also mal die Gelegenheit dazu haben, eine solche Nahrungsquelle zu kosten, dann fällt es uns noch heute schwer, genug davon zu bekommen.

Die Fast-Food-Falle

Da die Natur weder Kuchen-Bäume noch Chips-Sträucher bereitstellt und energiereiche Lebensmittel wie Nüsse aufwendig geknackt werden müssen, hat das System für unsere Vorfahren perfekt funktioniert. Das sieht in unserer modernen Überfluss-Gesellschaft allerdings anders aus. Besonders die Fast-Food-Industrie hat sich dieses evolutionären Erbe zu Nutze gemacht und setzt bei ihren Pordukten absichtlich auf eine bestimmte Mischung aus Zucker, Fett und Salz. Das bringt dich dazu, immer mehr Pommes oder Burger zu essen, als zum Stillen des Hungers eigentlich nötig wäre. Es ist halt so lecker. Kein Wunder also, dass allein in Deutschland 67 % der Männer und 53 % der Frauen übergewichtig sind.

Macht zucker- und fetthaltiges Essen süchtig?

Forscher*innen sprechen hier manchmal von „hedonistischem Hunger“: Du brauchst diese übermäßige Menge an Energie eigentlich nicht, aber der Verzehr der Lebensmittel bereitet dir Freude. Das könne ähnlich süchtig machen wie Drogen oder Glücksspiele – eine Fresssucht, wenn man so will.

Dafür gibt es gute Gründe, denn beim Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel werden vom Körper Endorphine und Dopamin ausgeschüttet, die dich euphorisch machen und das Belohnungssystem anregen. Außerdem wird das Hungergefühl auf diese Weise untergraben. „Je mehr zucker- und fetthaltige Lebensmittel wir essen, desto eher besteht die Gefahr, dass wir gegenüber unseren körpereigenen Hormon-Antworten abstumpfen“, warnt Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. „Die Regulierung durch Ghrelin und Leptin wird immer ineffektiver, wodurch wir immer mehr Junk-Food essen. Ein Teufelskreis!“

Was hilft gegen das Überfressen?

Die gute Nachricht ist aber auch: Je weniger Junk-Food du isst, umso weniger besteht die Gefahr, dass du süchtig danach wirst und nicht mehr auf deinen Körper hörst. Ausreichend Bewegung ist ebenfalls ein wichtiges Mittel, um dem Überfressen vorzubeugen. Wer zum Beispiel regelmäßig laufen geht, hebt sein Körper auf ein höheres Aktivitätslevel, bei dem auch mehr Energie verbraucht wird.

Und noch ein kleiner Trick: Bitterstoffe – in Maßen genossen – können das Hungergefühl zusätzlich hemmen. Lebensmittel wie Chicorée, Kohlrabi, Kaffee, Artischocken oder grüner Tee, aber auch Kräuter wie Wermut, Kümmel, Fenchel oder Ingwer enthalten Bitterstoffe. Wichtig zu wissen ist dabei allerdings, dass der Anteil der Bitterstoffe in vielen Lebensmitteln, die du heute im Supermarkt findest, absichtlich herausgezüchtet wurde, um sie bekömmlicher zu machen.

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